Wie Kinder ihren Schnuller liebevoll loslassen können

by Nadja
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viele schnuller

Für viele Kinder ist der Schnuller in den ersten Lebensjahren ein treuer Begleiter. Er schenkt Sicherheit, beruhigt in aufregenden Momenten und hilft beim Einschlafen. Irgendwann kommt jedoch der Zeitpunkt, an dem das Loslassen ansteht und für viele Eltern stellt sich die Frage: Wie kann ich meinem Kind den Schnuller abgewöhnen, ohne Druck oder Stress zu erzeugen?

Den richtigen Zeitpunkt wählen

Der erste Schritt ist, einen passenden Moment zu wählen. Stressige Phasen, wie Kita-Eingewöhnung, Umzug oder Geburt eines Geschwisterchens eignen sich weniger. Achte darauf, dass dein Kind emotional stabil und gut im Alltag angekommen ist.

Ich empfehle dir, etwa ab dem ersten Lebensjahr die Trennung Schritt für Schritt einzuleiten.

Es beutet nicht, dass dein Kind kein Schnuller mehr haben darf, sondern nur das es weniger wird und damit die Schnuller-Trennung später einfacher wir.

Übergang

Am besten ist es, wenn der Schnuller einen festen Platz bekommt, zum Beispiel in einer Schublade oder in einem Schrank, den dein Kind selbst öffnen kann. Bereitet dem Schnuller ein schönes „Bett“ – so liegt der Schnuller nicht ständig im Sichtfeld, aber dein Kind weiß, wo er ist und kann ihn holen, wenn es ihn wirklich braucht.

Idealerweise wird der Schnuller nur noch zum Schlafen oder zum Ausruhen benutzt.

Achte darauf, dass keine anderen Schnuller in der Wohnung herumliegen. Bewahre Ersatzschnuller an einem Ort auf, an den dein Kind nicht herankommt und nicht weiß das es noch mehrere gibt.

Begleite dein Kind bewusst dabei, wenn es den Schnuller holt oder wieder zurücklegt. Erkläre ihm liebevoll, dass der Schnuller im Bett „wohnt“ und dort bleibt, damit er da ist, wenn dein Kind ihn braucht.

Und denk daran: Die Trennung ist nicht endgültig; sie darf langsam, liebevoll und in eurem Tempo stattfinden.

Wenn du dein Kind aus der Krippe abholst, kann es gut sein, dass es erst einmal den Schnuller braucht. Das ist überhaupt nicht schlimm, sondern ganz normal. Nach einem langen Tag mit vielen Eindrücken, Geräuschen und Begegnungen hilft der Schnuller deinem Kind, sich zu beruhigen und wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Er unterstützt es dabei, all das Erlebte zu verarbeiten und Schritt für Schritt in seine innere Ruhe zurückzufinden. Man spricht hier von Regulierung, dein Kind braucht diese kleine Pause, um wieder bei sich selbst anzukommen.

In diesem Moment bist du für dein Kind die wichtigste Sicherheit: Deine Nähe zusammen mit dem Schnuller schenken ihm Geborgenheit. So fühlt es sich gesehen, gehalten und kann wieder fröhlich und entspannt sein.

Zu Hause angekommen, darf der Schnuller dann wieder in sein „Bettchen“. Dort wartet er, bis dein Kind ihn das nächste Mal braucht. So lernt dein Kind liebevoll, dass der Schnuller ein kleiner Helfer für besondere Momente ist und dass deine Nähe immer das Schönste bleibt.

Vorbereitung ist alles

Sprich mit deinem Kind darüber, was bald passieren wird. Erkläre liebevoll, dass es nun größer ist und der Schnuller bald gehen darf. Bücher zum Thema können das Verständnis unterstützen und dein Kind innerlich darauf vorbereiten.

Büchertipps:

Den Schnuller gemeinsam verabschieden

Jedes Kind entwickelt sich individuell. Oft zeigt sich zwischen dem zweiten und dritten Lebensjahr, dass Kinder bereit sind, loszulassen: Sie sprechen mehr, suchen andere Möglichkeiten zur Beruhigung und brauchen den Schnuller weniger. Wichtig ist, das Kind dabei liebevoll zu begleiten. Ein sanfter Abschied gelingt leichter, wenn Eltern aufmerksam beobachten und den Moment nutzen, an dem ihr Kind von sich aus mehr Unabhängigkeit zeigt.

Kinder lieben Rituale und ein Abschiedsritual kann den Übergang erleichtern. Beispiele:

  • Schnullerfee: Die Schnullerfee holt den Schnuller ab und bringt ein kleines Geschenk.
  • Schnullerbaum: Gemeinsam den Schnuller an einen speziellen „Baum“ im Park hängen.
  • Post an ein Baby: „Wir schicken den Schnuller einem Baby, das ihn jetzt viel dringender braucht.“

Wichtig: Lass dein Kind aktiv mitentscheiden, wie der Abschied aussehen soll. Es stärkt das Gefühl, selbstwirksam zu sein.

Emotionen willkommen heißen

Der Abschied vom Schnuller ist ein kleiner Abschied aus der Babyzeit und darf emotional sein. Vielleicht fließen Tränen oder dein Kind fordert den Schnuller noch einmal ein.

Versuche, diese Emotionen nicht zu übergehen:

Tipp: Sag lieber: „Ich weiß, du vermisst deinen Schnuller gerade. Das ist völlig in Ordnung.“

So lernt dein Kind, dass Gefühle da sein dürfen und dass es liebevoll begleitet wird.

Dranbleiben mit Geduld und Liebe

Oft braucht es ein paar Tage, bis sich dein Kind an die neue Situation gewöhnt hat. Halte den Rahmen liebevoll, bleib konsequent aber schenke viel Nähe, Zuwendung und Trost.

Manchmal helfen folgende Alternativen:

  • Kuscheltier oder Schnuffeltuch
  • Einschlafrituale (Geschichten, leise Musik, gemeinsames Atmen)
  • Körperkontakt (Kuscheln, Hand halten)

Fazit

Die Schnullerabgewöhnung ist ein Entwicklungsschritt für Kinder und Eltern. Mit der richtigen Vorbereitung, einem liebevollen Ritual und dem Raum für Gefühle wird dieser Übergang zu einer wertvollen Erfahrung: Dein Kind lernt, dass es sicher ist, auch wenn etwas Vertrautes geht und dass es sich auf dich verlassen kann.

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